Gesellenstück
Vitrine in Lärche

 

 

 

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Beschreibung:

Konstruktion:
Der Schrank ist 209cm hoch und 108,9cm breit, seine äußerste Tiefe beträgt am Kranz 52,7cm.
Da es sich bei diesem Schrank um eine Vollholzkonstruktion handelt, werden die klassischen Holzverbindungen verwendet. Die Seiten bestehen aus einer Rahmenkonstruktion mit Schlitz und Zapfen, die die Füllungen einfaßt. Auch die zwei durchgehenden Glastüren sind mit einem Vollholzrahmen eingefaßt. Kranz und Sockel werden mit den Seiten verkeilt, sodaß der Schrank auseinandernehmbar ist.
Die stumpfeinschlagenden Schubkästen mit klassischer Führung sind hinten einfach und vorne halbverdeckt gezinkt.
Durch die starken Ecklisenen entsteht seitlich der Schubkästen ein trapezförmiger Hohlraum. Dieser Raum ist als Geheimfach nutzbar und ist bei herausgenommenen Schubkästen durch eine mit Zapfenbändern angeschlagene Zwischenwand zugänglich.
Die Rückwand besteht aus Nut- und Federbrettern, die in einem Rahmen eingefaßt sind. Der Rahmen wiederum ist in Kranz, Sockel und Seitenteilen eingenutet. Die Ecklisenen und die Seiten sind mit einer Feder verleimt.
An der Frontseite sind die überfälzten Türen mit jeweils drei Zylinderbändern, Kröpfung D, angeschlagen. Die Beschläge bestehen aus Edelstahl mit stumpfmatter Oberfläche. Als Schließmechanismus für die Türen ist ein Schubstangenschloß gewählt. Zum Öffnen der Tür dient ein schlichter Schlüssel, das Schlüsselloch ist mit Edelstahl eingefaßt.
Der Schubkastengriff besteht aus einer gedrechselten Kugel mit dem Durchmesser von 24 Millimetern, die aber durch eine Ausfräsung der Schubkastenvorderfront um 8 Millimeter eingelassen wird. Die Befestigung der Kugel erfolgt durch eine Metallplatte, die von hinten in das Schubkastenvorderstück eingelassen wird. Das Metall ist auch von außen sichtbar und bildet optisch eine Einheit mit den Türbeschlägen.
Die Oberfläche ist mit Naturöl-Harzwachs (Gormos) der Firma Livos behandelt.
Gestaltung:
Die Gestaltung des Schrankes zeichnet sich durch einfache Formen aus, die zueinander in Bezug gesetzt sind. Der massive Kranz und der hohe Sockel bilden mit den starken Ecklisenen gleichsam ein Gerüst, in dem die relativ schmalen Rahmenkonstruktionen der Seiten, Türen und Rückwand aufgenommen werden.
Die hohen Glastüren werden durch die dahinterliegenden Einlegeböden in zehn quadratische Felder mit einer Kantenlänge von 29cm optisch unterteilt. Die unteren vier Felder, die von den oberen sechs durch die Schubkästen getrennt sind, stehen zueinander im Goldenen Schnitt.
An der Rückwand sind die Stöße der Nut- und Federbretter so gewählt, daß sich, wenn man frontal in die Glasfelder blickt, genau in der Mitte der Quadrate senkrecht ein Stoß befindet. Die Rahmenfriese der Seiten und der Rückwand sind 7cm breit. Um 7cm sind auch die Seiten durch die abgeschrägten Ecken verschmälert worden. Der Rahmen der Glastür bildet gemeinsam mit dem schmalen Streifen der Ecklisene an der Frontseite ein Maß von 7cm.
Die Türen sind wie die Schrankseiten 40cm breit. Die Linien der waagrechten Rahmenstücke an den Seiten laufen an der Frontseite am Rahmen der Glastür und dem Schubkastenvorderstück fort.
Der Schrank ist aus einheimischen Lärchenholz gefertigt. Das Lärchenholz bietet sich als Material an, da es sich durch ein relativ hohes Stehvermögen auszeichnet, welches für die Konstruktion der hohen schmalen Rahmenstücke an den Glastüren besonders wichtig ist. Optisch unterstützt das streifige Holz zudem die Rhythmik der waagrechten und senkrechten Gestaltungselemente.
Die Beschläge sind deshalb möglichst schlicht und zurückhaltend gewählt. Das Schubstangenschloß, das von außen gar nicht sichtbar ist, unterstützt außerdem die Konstruktion der hohen Türen.

Eppenhain, Juni 1996

   
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